Atemaussetzer?
Mein Kind schnarcht doch nur!

Wenn Kinder schnarchen, ist das immer ein Zeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Vorübergehend kann ein banaler Schnupfen zu Schnarchen führen. Wenn das Kind allerdings regelmäßig schnarcht, müssen Eltern die Ursache abklären lassen: Ständiges Schnarchen im Kinderzimmer ist ungewöhnlich und könnte auf eine Schlafapnoe hindeuten. Die Folgen reichen bis zu Entwicklungsstörungen!

Ursachen: Warum schnarcht mein Kind?

Mehr als 5 Prozent aller Kinder schnarchen. Allerdings ist Schnarchen im Kindesalter nicht mit dem Schnarchen eines Erwachsenen zu vergleichen.

Bei Mädchen und Jungen ist Schnarchen immer pathologisch, das heißt: Es steckt eine krankhafte Ursache dahinter.

Besonders oft sind vergrößerte Mandeln oder Polypen verantwortlich fürs Schnarchen. Ebenso können die Probleme im Ober- oder Unterkiefer sitzen. Wenn zum Beispiel in einen zu schmalen Oberkiefer die Zunge nicht hineinpasst, öffnet sich ganz automatisch der Mund. Die Folge: Nachts schnarcht das Kind. Gravierender ist, dass durch die offene Mundhaltung der Unterkiefer nicht ausreichend nach vorne wachsen kann.

Experten haben inzwischen herausgefunden: Kinder, die dauerhaft durch den Mund atmen, entwickeln ein hohes Risiko, als Erwachsene an Schlafapnoe zu erkranken.

Doch auch schon im Kindesalter kann es zu nächtlichen Atempausen kommen – Schätzungen zufolge leiden rund 2 Prozent der Kinder unter Schlafapnoe. Oft ohne, dass sie diagnostiziert wird.

Symptome: Schlafapnoe bei Kindern erkennen

Schlafapnoe äußert sich bei Kindern auf unterschiedliche Weise. Eltern sollten aufmerksam werden, wenn sie mehrere der folgenden Symptome beobachten:

  • unregelmäßiges Schnarchen, das über einen längeren Zeitraum auftritt

  • im Schlaf angestrengtes Atmen mit gelegentlichen Atempausen

  • unruhiger Schlaf

  • Bettnässen

  • überstreckter Kopf im Schlaf

  • starkes Schwitzen im Bett

  • tagsüber zappelig bis hyperaktiv

  • Wachstumsstörungen

  • Gewichtsverlust

  • Sprachdefizite

  • Leistungsabfall in der Schule

Häufig bleibt Schlafapnoe bei Kindern unerkannt oder wird falsch diagnostiziert. Hinter ADHS steckt manchmal eine Schlafapnoe. Deshalb: Wenn das Kind tagsüber hyperaktiv ist, immer darauf achten, ob es nachts schnarcht!

Behandlung: Bei Kindern ist Schlafapnoe heilbar

Schlafapnoe lässt sich bei Kindern äußerst erfolgreich behandeln. In den allermeisten Fällen werden sogar die Ursachen behoben.  

Sind vergrößerte Mandeln der Grund für Schlafapnoe bei Kindern, sollten diese operativ entfernt werden.

Liegt die Ursache im Mund-Kiefer-Bereich, ist eine Behandlung bei einem auf Schlafmedizin spezialisierten Zahnarzt sinnvoll. Die Therapie mit einer Atemmaske (CPAP-Gerät) sollte bei Kindern die letzte Behandlungsmöglichkeit sein. Eine Zahnschiene, wie sie häufig bei Erwachsenen erfolgreich zum Einsatz kommt, ist für Kinder nicht geeignet.

„Gerade im Kindesalter ist bei frühzeitiger Diagnose eine kieferorthopädische Behandlung sehr erfolgversprechend, d.h. ich kann nicht nur die Symptome behandeln, sondern oft die Ursachen beheben. Einfach weil sich beim Kind noch alles im Wachstum befindet.“

Carolina van der Bosch, zahnärztliche Schlafmedizinerin